Bei Fehlstellungen im Bereich des Kniegelenkes, die Beschwerden verursachen (sogenannte symtomatische Fehlstellungen) kann eine Korrektur der betroffenen Knochen notwendig werden. Aber auch eine einseitige, geringgradige Arthrose kann durch eine Veränderung der Knochenachse eine Linderung der Beschwerden bringen.

Eine der häufigsten Fragen betrifft die Behandlung des innenseitigen Gelenkverschleisses (innenbetonte Kniegelenksarthrose, unikompartimentale Arthrose). Sollte die Notwendigkeit für eine Operation bestehen, besprechen wir mit dem Patienten die beiden möglichen Verfahren: die gelenkerhaltene Umstellungsoperation oder die Schlittenendoprothese, den sogenannten Hemischlitten.

Bei der Wahl des besten Verfahrens (korrekte Indikationsstellung) besprechen wir vor allem das Alter des Patienten, den Grad des Verschleisses, die Art der Beinachsenfehlstellung, das Aktivitätsniveau, aber auch das Gewicht. Mit diesen Faktoren wägen wir dann gemeinsam die Entscheidung ab.

Umstellungoperation

Für eine Umstellungoperation spricht:

      • geringes Alter (40 Jahre)
      • angeborene Verkippung der Tibiagelenkfläche
      • hohe gewünschte Beanspruchung
      • geringer Knorpelschaden
      • fehlende Bewegungseinschränkung

Die Nachteile der Umstellungsoperation müssen aber auch besprochen werden. So kommt es meist zu einem zunehmenden Gelenkverschleiss im inneren Kompartiment, selten auch im äußeren Anteil. Die „Standzeit“, also die Zeit, in der die Umstellungsoperation „funktioniert“ hängt von vielen Faktoren ab, beträgt aber je nach Voraussetzung und Korrekturausmaß nach 10 Jahren zwischen 40 und 70%. Der dann notwendige Knie(teil)gelenkersatz ist technisch schwieriger ist und mit einer etwas erhöhten Komplikationsrate verbunden. Deshalb müssen die obengenannten Standzeiten als „eine prothesenaufschiebene Alternative“ besprochen werden.

2015-03-14T18:50:09+00:00