Die Diagnose ist bitter und ist sicherlich für jeden Läufer ein Schlag ins Gesicht. Ist es doch dem Läufer bzw. Sportler unvorstellbar, bei einem gesunden aktiven Leben, eine Diagnose mit möglicher Bewegungseinschränkung zu erfahren.

Arthrose heißt jedoch nicht, dass meine seine Aktivitäten einstellen muss. Kleine Änderungen in der Belastungsform, Ausstattung sowie Regeneration können ausreichen. Auch die medizinische Entwicklung gibt Hoffnung für eine Laufbelastung im Alter.

Ein generelles „Verbieten“ einer sportlichen Leidenschaft ist aus medizinischer Sicht auch bei drohender Verschlechterung oder einem drohenden Schaden nicht zwingend angeraten. Dem Patienten müssen Alternativen und Anpassungen angeboten werden, damit die Aktivität bis ins hohe Alter fortgeführt werden kann.

Im Vordergrund stehen zunächst die Aufnahme der Anamnese und der Beschwerden. Eine gut körperliche Untersuchung und gegebenenfalls erweiterte Diagnostik führen zur richtigen Einordnung der Beschwerden. Sicherlich sind bildgebende Verfahren vom Röntgen bis MRT gute Verfahren, um den Arthrosegrad festzuhalten.

Häufig wird die Einteilung des Grades der Arthrose auch erst nach einer Kniegelenkspiegelung möglich sein. Die Aussage ist sicherlich genauer und die Lokalisierung kann konkret beschrieben werden. Die Lokalisierung des Knorpelschadens und der Arthrosegrad ist maßgeblich für die weiteren Empfehlungen.

Der Begriff der Arthrose beschreibt den Zustand eines reduzierten Knorpelbelages der im Kniegelenk am Schienbeinkopf sowie dem korrespondierend Anteil des Oberschenkelknochens vorliegt. Der Knorpel sowie Meniskus dienen als Stossdämpfer des Gelenkes. Eine isolierte Veränderung des Knorpels bzw. des Meniskus ist im Alter eher selten, häufiger liegt eine kombinierte Abnutzung vor.

Im Alter verlieren sowohl der Knorpel, als auch der Meniskus an Elastizität und sind bei fortwährender Belastung von Einrissen bedroht. Nicht jede Veränderung der Knorpelstruktur macht Probleme, eine genaue Analyse ist hier ärztlicherseits notwendig.

Stadien der Knorpelveränderung

Chondromalazie I° Chondromalazie II° Chondromalazie III° Chondromalazie IV°
Knorpel_roh Knorpel_CM_II Knorpel_CM_III KNorpel_CM_IV
Outerbridge RE: The ethiology of chondromalacia patellae. J Bone Joint Surg 43 (1961)

Empfehlungen

  • Weniger ist mehr
  • langsame Läufe
  • kürzere Einheiten
  • Gymnastik und Dehnen
  • Schwimmen
  • Gewicht in der Norm halten
  • viel trinken
  • richtige Ernährung (Vitamine, Obst)

Der Nutzen von sogenannten knorpelstimulierenden Nahrungsergänzungsmitteln ist umstritten, einen wissenschaftlichen Nachweis sind die meisten Produkte bisher schuldig geblieben.

Auch die Gabe oder Injektion von „Knorpelaufbauprodukten“ / Hyaluronsäure ist zum Teil umstritten. Sicher ist, dass eine Injektion ohne vorherige Diagnostik genauso nicht die Regel sein sollte, wie die Therapieoption nicht anzubieten. Es gibt Verläufe, wo ein Injektion sicherlich zu einer Besserung der Beschwerden führen kann und eine frühzeitige Versorgung mit einer Knieendoprothese (Oberflächenersatz) vermieden werden kann. Sicher ist aber auch, dass die Präparate keine Wundermittel sind und eine Heilung versprechen.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren wollen, sprechen Sie uns bitte an.

2017-07-08T11:35:15+00:00