Fersensporn

Der Fersenschmerz ist eine bekannte und oft gesehene Erkrankung in Arztpraxen aller Fachrichtungen in Deutschland. Auch in unserer Praxis stellen sich Patienten mit diesem Krankheitsbild häufig vor. Obwohl dies eine harmlose Erkrankung ist wird die Behandlung oft zu einer Herausforderung für Ärzte und Patienten.

Symptome

Über Schmerzen an der Ferse und der Fußsohle nach dem Aufstehen und nach dem Loslaufen berichteten viele Patienten, zusätzlich über Schmerzen nach längerem Laufen, dann auch zusammen mit einer Schwellung und leichten Rötung.

Ursachen

Der Fersenschmerz wurde 1812 zum ersten Mal beschrieben. Bis in die 60er Jahre wurde dieser Erkrankung wenig Bedeutung beigemessen, erst in den letzten Jahren verstärkte sich das Interesse an dieser Erkrankung. Man geht davon aus, dass 10% aller Leute mindestens einmal in ihrem Leben an einem Fersenschmerz leiden und dass 1% aller Besuche in chirurgischen und orthopädischen Praxen aufgrund des Fersenschmerzes stattfinden.

Im Moment geht man davon aus, dass der Fersenschmerz zum einen von einer erhöhten Spannung der Fußmuskulatur ausgeht, zum anderen aber auch ein Einklemmungssyndrom eines Nerven vorliegen kann. Ab einem gewissen Alter (leider schon ab 40 Jahre) verschlechtert sich die Qualität des Fettpolsters unter der Ferse, so dass die Pufferfunktion schlechter wird und damit erhöhter Stress auf die typische “Fersensporn”stelle ausgeübt wird.

Es gibt viele Faktoren, die zu einem Fersensporn beitragen. Diese sind:

Plattfuß, Hohlfuß, eine verkürzte Achillessehne, Übergewicht, plötzliche Gewichtszunahme und Trainingsfehler.

Insgesamt geht man heute von 3 verschiedenen Ursachen aus:

  • mechanisch, mit einer Entzündung der plantaren Faszie, also der Bindegewebsschicht, die den Fuß an der Unterseite verspannt, aber auch Stressfrakturen des Fersenbeines
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • neurologische Ursachen, mit Einklemmungen von bestimmten Nerven des Fußes

Dabei ist es völlig unerheblich, ob ein Fersensporn vorliegt. Die Häufigkeit von Fersenspornen wird unterschiedlich angegeben, sie liegt bei Patienten mit Fersenschmerzen bei 50-75%, aber willkürlich ausgesuchte Patienten ohne Fersenschmerzen hatten auch in ca 60% der Fälle einen Fersensporn.

Behandlung

Die Behandlung des Fersenspornes hängt von der Diagnose ab, ist jedoch im Regelfall und zu Beginn der Behandlung immer konservativ. Viele Studien konnten die Erfolge der konservativen Therapie nachweisen, so kann man von einer Heilung von 75-85% der Patienten ausgehen.

Bei der konservativen Therapie sind in der Regel (außer dem Abwarten) Medikamente, Ruhe, lokale Eisabreibungen, Fersenkissen / Gelkissen und Dehnungs- und Kräftigungsübungen von Achillessehne und Fußsohlensehne erfolgreich. Außerdem sind Kräftigungsübungen von Zehenmuskulatur und Zehengymnastik wichtig. Gegebenenfalls können individuell gefertigte Einlagen (bei Fehlschlagen der konservativen Therapie und bei Fußfehlstellungen) und Injektionsbehandlungen zur Anwendung kommen.

Injektionsbehandlungen sind sehr zurückhaltend durchzuführen, da diese für eine Reihe von Komplikationen verantwortlich sein können.

Röntgenreizbestrahlung

Die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung niedrig dosierter Röntgenstrahlen ist nachgewiesen worden. Die Wahrscheinlichkeit, eine deutliche Reduzierung der Schmerzen zu erreichen, ist hoch. Beim Fersensporn sind Erfolgsraten bis zu 90% dokumentiert. Häufig finden innerhalb von 3 Wochen 6 Bestrahlungen statt, das Konzept wird jedoch vom behandelnden Strahlentherapeuten festgelegt.

Stoßwellenbehandlung

Extrakorporale Schockwellentherapie (ESWT) ist eine mögliche Form der Behandlung des Fersenschmerzes. Da die Heilungsrate auch ohne Stosswellenbehandlung hoch ist, wendet man die Stosswellenbehandlung nach einer Zeit der erfolglosen konservativen Behandlung an. Sind die Schmerzen nach 3-6 monatiger Behandlung nicht gebessert, kann mit Ihnen die Anwendung dieser Stosswellenbehandlung besprochen werden. Aber auch bei Patienten, die länger als 1 Jahr Beschwerden haben, ist der Erfolg der Stoßwellenbehandlung nachgewiesen.
Der Erfolg dieser Behandlung ist in vielen Studien nachgewiesen. Man geht davon aus, dass durch diese Stosswellen die Gefäßneubildung in schlecht durchblutetem Gewebe angeregt wird und damit die Gewebeheilung beschleunigt wird.

Operation

Eine Operation ist nur sehr selten notwendig. Sie wird nur nach Versagen aller konservativer Therapien besprochen, wenn dies konservative Behandlung konsequent durchgeführt wurde und über 6-12 Monate behandelt wurde. Bei der Operation wird dann ein kleiner Hautschnitt auf der Innenseite des Fußes angelegt, bei dem der Nerv freigelegt wird, ein Teil des Fersenspornes abgetragen und ein Teil der Faszie eingekerbt wird. Eine neue Methode ist eine endoskopische Operation, die in “Schlüssellochtechnik” ausgeführt wird.
Nach dieser Operation ist die Nachbehandlung etwas zurückhaltender, da die Möglichkeit besteht, dass durch die Änderung der Fusssohlenverspannung das Gewölbe des Fußes sich ändert. Deshalb wird für die Zeit der Heilung (6 Wochen) in einem Unterschenkelgips oder einem speziellen Schuh nachbehandelt. Die Erfolgsaussichten dieser Operation werden je nach Untersucher mit 60-100% angegeben.

 

 


Nicht alle Behandlungen werden von uns persönlich vorgenommen.

In Deutschland werden einige Behandlungen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Hier entscheidet der gemeinsame Bundesausschuss, ob eine Leistung bezahlt wird. Sind nach Ansicht dieses gemeinsamen Bundesausschusses die Studienlagen nicht überzeugend, wird diese Leistung nicht in den Katalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen.
Sollte nach einer längeren erfolglosen Behandlung und nach entsprechender Aufklärung eine entsprechende Therapie von Ihnen gewünscht werden, so kann die als IGEL Leistung durchgeführt werden, dafür wird vor Beginn der Behandlung für Sie ein Kostenplan aufgestellt

2015-03-14T18:48:22+00:00