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Karpaltunnel (CTS)

Das Karpaltunnelsyndrom beruht auf einer chronischen Druckschädigung des Nervus medianus (des Armmittelnerven) innerhalb des Karpaltunnels im Bereich des Handgelenkes, der Handwurzelknochen. Die Druckerhöhung kann durch Einengung des Tunnels (z.B. nach Speichenbasisbruch), meistens aber durch schwellungsbedingte Volumenzunahme in diesem Tunnel hervorgerufen werden.

Die betroffenen Patienten klagen über kribbelnde, nadelstichartige Missempfindungen und Fingertaubheit, die bevorzugt nachts auftreten und sich durch Schütteln der Hand bessern. Oft überschreiten die Beschwerden das umschriebene Versorgungsgebiet des N. medianus (Beugeseite der Finger 1 bis speichenseitige Hälfte des 4. Fingers ) und greifen auf die Ellenseite der Hand und auf den Unterarm über.

Neben der meist typischen Anamnese (Angaben des Patienten über die Beschwerden, deren Dauer und Auftreten) kann die Diagnose im Regelfall bei der klinischen Untersuchung bei uns gestellt werden. Falls eine Operation notwendig wird, sollte die Diagnose durch eine neurologisch – apparative Diagnostik (sensible und motorische Neurographie, distale motorische Latenzzeitbestimmung des kurzen Daumenabspreizermuskels) bestätigt werden. Es gibt jedoch Fälle, bei denen diese neurologische Diagnostik keine eindeutige Bestätigung bringt.

Karpeltunnelsyndrom - Berufskrankheit

Ein Karpaltunnelsyndrom kann (je nach Tätigkeit und Zeitdauer) eine Berufskrankheit sein. Bitte sprechen Sie uns im Zweifelsfall an.

Behandlung

Zunächst wird konservativ behandelt. Wenn die konservative Therapie mit Schonung, Nachtschiene, evt. Cortisonspritzen über 8 Wochen keine wesentliche Besserung bringt, ist eine Operation häufig der nächste Schritt.

Operation

Wie bei allen anderen operativen Eingriffen auch, ist der Patient bei einem Operateur gut aufgehoben, der den Eingriff häufig und regelmäßig durchführt. Er sollte sowohl die offene Operation als auch eine Schlüssellochmethode beherrschen, um indikationsgerecht beide Methoden anbieten zu können. Die Zusatzqualifikation Handchirurgie ist nicht von entscheidender Bedeutung.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung bezieht sich im Wesentlichen auf die Beobachtung der Wundheilung und das Ziehen der Fäden nach etwa 10 Tagen. Die Finger können und sollen sofort nach der Operation “spielen” also leicht bewegt werden. Eine definitive Ruhigstellung in einer Gipsschiene oder konfektionierten Schiene ist nach der Operation nur in Ausnahmefällen notwendig. Anfangs wird ein stützender Kompressionsverband angelegt, später genügen Pflaster. Eine krankengymnastische Übungsbehandlung ist meist nicht notwendig.

Alle Eingriffe sind grundsätzlich ambulante Operationen.

Prognose

Wenn die Operation rechtzeitig durchgeführt wird, ist sie sehr gut und verschlechtert sich, wenn zwischen dem ersten Auftreten der Beschwerden und der Operation mehr als 3 Jahre liegen. Aber auch bei langanhaltenden “ausgebrannten” Karpaltunnelsyndromen wird häufig eine Beschwerdelinderung erreicht.

Direkt nach der Operation wird sich der nächtliche Schmerz, den die Patienten vorher angegeben haben, bessern. Die Sensibilitätsstörung, also die herabgesetzte Empfindlichkeit, besser sich nach Wochen, kann aber auch bis zu 6 Monate dauern. Stärkere Narbenschmerzen, die selten vorkommen, bessern sich im Regelfall bis zum Ablauf des 6. Monates. Die gelegentlich beklagte Kraftminderung bei körperlich schwer arbeitenden Patienten klingt häufig nach 3 Monaten ab.

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2018-05-02T16:27:21+00:00