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Stressfrakturen

Stressfrakturen oder auch Ermüdungsbrüche gehören zu den relativ häufigen nicht unfallbedingten Schäden im Sport und werden oft erst spät erkannt. Ein  bei langanhaltigen Beschwerden “daran” denken hilft, diese Art von Überlastungsschaden des passiven Bewegungsapparates zu diagnostizieren.

Die entsprechende Symptomatik und verschiedene diagnostische Maßnahmen sichern dann den Befund. Ein positiver Röntgenbefund ist hier beweisend, jedoch häufig erst in mehreren Wochen bei entsprechender knöcherner Reaktion konventionell radiologisch zu sehen.

Die Sportler berichten häufig über ein allmähliches Einsetzen eines lokalisierten Schmerzes im Bereich der Fraktur. Häufig liegen anfangs in der Ruhe und beim normalen Gehen keine Schmerzen vor. Im Verlauf wird der Schmerz stärker und führt zum Abbruch der belastenden Tätigkeit.

Häufig bessert sich der anfängliche Schmerz nach einer Aufwärmphase  nicht, sondern verbleibt mit zunehmender Zeit. Hingegen lässt sich der Schmerz bei einer Tendopathie (Sehnenentzündung, z. B. Patellaspitzensyndrom) „überlaufen“  die Sportlerin oder der Sportler können einen Lauf nach entsprechender Erwärmung mit eher mäßigen Beschwerden durchführen, jedoch nach der Belastung nehmen die Schmerzen dann teilweise erheblich zu.

Kai Dragowsky

Bei Läufern sind Ermüdungsbrüche am häufigsten im Bereich des Schienbeines, des Wadenbeines  und der Mittelfußknochen lokalisiert. In der klinischen Untersuchung finden sich häufig Druck- und Klopfschmerzhaftigkeiten im Bereich des tastbaren Knochens. Im Röntgen lässt sich dann ggf. eine kleine Haarlinie oder Reaktion der Knochenhaut sehen. Eine Knochenreaktion (Kallus) beweist eine Ermüdungsfraktur. Zur Sicherung oder zum Ausschluss einer Ermüdungsfraktur ist die Röntgenuntersuchung ggf. zu wiederholen.

Ist ein radiologischer Nachweis nicht konventionell möglich, ist ggf. eine Kernspintomographie (MRT), Computertomographie (CT) oder Szintigraphie durchzuführen.

Keine Zeichen einer akuten Verletzung im ersten Röntgenbild
Zeichen einer Reaktion im Röntgenbild 6 Wochen nach Vorstellung
Ermüdungsbruch im MRT
Nachweis einer Reaktion im MRT am Mittelfußknochen 2 nach ca 2 Wochen

Die Behandlung von Ermüdungsbrüchen oder deren Vorläufern hängt immer von dem Zeitpunkt der Diagnosestellung ab. In den meisten Fällen ist eine initiale Belastungspause notwendig und entsprechend der Lokalisation eine mögliche Ruhigstellung.  Wesentliches Behandlungsprinzip ist es, alle Aktivitäten des Sportlers unterhalb der Schmerzgrenze zu halten. Liegen anfängliche Reizzustände oder leichte Reizungen im Bereich der Knochenhaut, sind schonende Belastungen wie Radfahren oder Schwimmen denkbar.

Wie bei allen Verletzungen oder Beschwerden, ist das eigene Gefühl in der Regel nicht falsch.

Entsprechend der Lokalisation können Ermüdungsbrüche zum Teil innerhalb von 6 – 8 Wochen ausheilen, jedoch können Frakturen im Bereich des 5. Mittelfußbereiches oder des Schaftes im Bereich des 2. Mittelfuß langwierig sein und eine knapp 12 wöchige Belastungseinschränkung nach sich ziehen. Insbesondere im Fußbereich ist dann eine spezielle Einlegesohlenversorgung und Schuhanpassung zu überprüfen.

In seltenen Fällen mit ausgeprägter Minderdurchblutung oder fehlender Knochenbruchheilung kann eine operative Stabilisierung und Anfrischung notwendig werden.

Diskutiert werden immer wieder Nahrungsergänzungsmittel und Kalziumgaben, um die Behandlung zu unterstützen. Ein Nutzen bzw. Vorteil konnte bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Fazit

Ermüdungsfrakturen sind im Wesentlichen eine Überlastungsreaktion des Körpers auf eintretenden Kräfte. Die Schmerzen bleiben anhaltend und können meistens nicht “überlaufen” werden.

In der Regel können Ermüdungsfrakturen konservativ behandelt werden. Primär ist eine Rücknahme der Belastung vorzunehmen, korrigierend ist auf mögliche Defizite im Training und im Bereich der Technik zu achten. Im Fußbereich ist eine mögliche Gang- und Schuhanalyse sinnvoll.

Sollten unklare Beschwerden vorliegen und sich in der ersten Diagnostik keine Hinweise auf ein Ermüdungsbruch zeigen, so ist eine klinische und radiologische Kontrolle im Verlauf durchzuführen, die knöcherne sichtbare Reaktion ist häufig erst im Verlauf sichtbar.

2018-05-02T16:27:19+00:00