Tennisarm

Der Begriff Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis) umschreibt eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung an der Außenseite des Ellbogens. Üblicherweise schmerzt die betroffene Stelle in Beugestellung des Handgelenkes, beim Hochheben von Gegenständen mit durchgedrücktem Ellenbogen und bei Streckung der Finger gegen Widerstand. Zusätzlich findet sich manchmal eine ausgeprägte Schwäche des Handgelenkes bei einfachsten Bewegungen.

 

Ursache

Die Ursachen für die Entwicklung eines Tennisarm sind vielfälltig und im Einzelnen nicht immer ergründlich. Häufig sind monotone stundenlange Bewegungen ursächlich für die Entwicklung dieses Reizzustandes. Nicht selten sind Überbeanspruchungen im Sport und der täglichen Arbeit hierfür verantwortlich, wie zum Beispiel:

      • monotone PC-Arbeit
      • Garten- und Hausarbeit
      • Falsche Technik bei sportlichen Aktivitäten (Tennis, Squash, Badminton)
      • Sportklettern

 

Anatomisch gesehen sind die muskulären Sehnenansätze der Strecker des Handgelenkes und der Finger am äußeren Epikondylus des Oberarmknochens betroffen. Durch die Überlastung kommt es zu kleinen Einrissen und Schäden im strukturellen Aufbau der Sehne. Zur Regenearation werden körpereigene Reparaturmechanismen eingeleitet, die jedoch aufgrund des Sehnenstoffwechsels und der Zellteilungszeit von 8 Wochen sehr langsam fortschreitet. Daher begründet sich auch der teilweise überlange Heilungsprozess über Wochen und teilweise Monaten.

Symptome

Typisch für eine Epikondylitis ist eine Druckschmerzhaftigkeit am körpernahen Ansatz des betroffenen Muskels am äußeren Oberarm und eine Schmerzauslösung oder -verstärkung bei  auxotoner Belastung. Zusätzlich findet sich manchmal eine ausgeprägte Schwäche des Handgelenkes bei einfachsten Bewegungen.

Behandlung

Im aktuten Stadium wird in der Behandlung die Hemmung der Entzündung im Vordergrund stehen, bei länger bestehenden Schmerzen die veränderte Sehnenstruktur.

Bei der Behandlung orientieren wir uns an Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit und an der aktuell veröffentlichten Leitlinie „Tennisellenbogen“ der Fachgesellschaft. Jedoch werden nicht alle in der Leitlinie erwähnten Behandlungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Operation

Nach Ausschöpfen der konservativen Therapie bleibt manchmal nur die Operation. Bei der Operation sind verschiedene Schritte möglich, um ursächlich oder symptomatisch zu helfen

        • Ablösen der betroffenen Strecksehnen (Hohmann)
        • Entfernung des veränderten Sehnengewebes (Nirschl)
        • Denervierung (Zerstören der schmerzhaften Fasern) am Epikondylus (knöcherner Vorsprung und Ausgangspunkt der veränderten Sehne)

Nach der Operation behandeln wir frühfunktionell, dass heisst nur kurzfristige Ruhigstellung und Bewegungsübungen. Sport und kräftiges Zufassen sollten für 6-10 Wochen unterbleiben.

 

In Deutschland werden einige Behandlungen im Regelfall nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Hier entscheidet der gemeinsame Bundesausschuss, ob eine Leistung bezahlt wird. Sind nach Ansicht dieses gemeinsamen Bundesausschusses die Studienlagen nicht überzeugend, wird diese Leistung nicht in den Katalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen.
Sollte nach einer längeren erfolglosen Behandlung und nach entsprechender Aufklärung eine entsprechende Therapie von Ihnen gewünscht werden, so kann die als IGEL Leistung durchgeführt werden, dafür wird vor Beginn der Behandlung für Sie ein Kostenplan aufgestellt.

2018-02-03T12:33:49+00:00